Schaufensterkrankheit nicht so harmlos wie sie klingt

Schmerzhaft und gefährlich: Arterienverengung in den Beinen

Bonn, 08.09.16 Wenn beim Stadtbummel schon nach kurzer Zeit die Beine krampfartig schmerzen, kann das auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit hinweisen. Diese auch als Schaufensterkrankheit bezeichnete Durchblutungsstörung in den Beinen ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden. Mit einer gesunden Lebensweise kann jeder selbst dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und ernsten Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Atherosklerose – eine Verengung der Arterien durch Ablagerungen – kann überall im Körper auftreten. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind die Beinarterien betroffen. Die Beinmuskeln werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und schmerzen bereits bei mäßiger Belastung so stark, dass die Betroffenen immer wieder stehenbleiben müssen. Was wie ein Schaufensterbummel aussieht, ist die erste Auswirkung einer ernst zu nehmenden Erkrankung.

Von Schmerzen zum akuten Notfall

Schreitet die Durchblutungsstörung unbehandelt voran, so schmerzen die Beine im weiteren Verlauf auch in Ruhe und machen einen erholsamen Nachtschlaf unmöglich. Außerdem wird die Wundheilung beeinträchtigt; im schlimmsten Fall kommt es zu offenen Stellen an den Beinen. Beim akuten Gefäßverschluss ist die Durchblutung vollständig unterbrochen und die betroffene Gliedmaße droht abzusterben. „Zudem ist eine periphere arterielle Verschlusskrankheit immer auch ein Warnhinweis auf Verkalkungen in anderen Arterien, die das Risiko von Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen“, bemerkt Professor Dr. Klaus G. Parhofer, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik II an der Universität München. Damit es nicht zu Komplikationen kommt, sollte die Erkrankung möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden. Gute Anlaufstellen sind zertifizierte Gefäßzentren.

Jeder kann sein Risiko beeinflussen

Bestimmte Personengruppen tragen ein erhöhtes Risiko für eine Atherosklerose und damit auch für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Das sind vor allem ältere Menschen, Männer sowie diejenigen, die durch atherosklerotische Erkrankungen in der Familie, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall, oder einen erblich bedingt erhöhten Cholesterinspiegel vorbelastet sind. Aber auch die anderen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht sowie Rauchen spielen eine wichtige Rolle. Mit Nichtrauchen, mehr Bewegung und einer gesunden Ernährung tragen sie schon eine Menge dazu bei, ihr Risiko für Atherosklerose zu senken.

Wenn ein gesünderer Lebensstil nicht ausreicht

Bei manchem Patienten genügt eine Umstellung der Lebensweise nicht, um Blutfette und Blutdruck in einen normalen Bereich zu bringen und die Gefahr von Ablagerungen ausreichend zu verringern. Sie benötigen zusätzlich Medikamente wie Blutfettsenker und/oder Blutdrucksenker. Diabetespatienten sollten außerdem ihren Blutzuckerspiegel im Auge behalten. Ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit bereits weit fortgeschritten, so sind weitergehende Maßnahmen notwendig. Diese reichen von durchblutungsfördernden und gerinnungshemmenden Medikamenten bis hin zu operativen Verfahren wie Gefäßdehnung, Gefäßprothesen oder Bypass.

Wer ist besonders gefährdet, Atherosklerose zu entwickeln? Welche Folgeerkrankungen drohen? Wie sieht eine gefäßfreundliche Ernährung aus? Welche Bedeutung haben die Blutfette? Wie lässt sich mehr Bewegung mit einem ausgefüllten Berufsleben vereinbaren? Diese und andere Fragen beantwortet die Broschüre „Cholesterin wirksam senken“. Sie ist kostenfrei und kann postalisch oder über das Internet beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz angefordert werden: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.bgv-cholesterin-senken.de/.